Vortrag Martin Frieß

Leben in Armut, doch „in seltener Eintracht“. Die jüdische Gemeinde in Unterschwandorf

Beginn: 19:30 Uhr
Referent: Martin Frieß ist Dipl. Archivar (FH), Archivar beim Ev. Oberkirchenrat Stuttgart, bis 2021 Kreisarchivar in Calw, Autor und Herausgeber von Literatur zur Kreis- und Heimat- und jüdischen Geschichte und hält Vorträge

Die einzige Gemeinde mit einem ausgeprägten jüdischen Leben im heutigen Kreis Calw war einst der kleine Ort Unterschwandorf. Der Ortsherr Theodor Carl Adolph Kechler von Schwandorf war hoch verschuldet, als er am Ende des 18. Jahrhunderts auf den rettenden Gedanken kam, gegen Schutzgeld heimatlose "Colonisten", vor allem Juden und Katholiken, bei sich aufzunehmen. Gut sechs Jahrzehnte lang existierte hier eine jüdische Gemeinde, zu der auch eine Synagoge und ein außerhalb des Orts gelegener Friedhof gehörten. Der bebilderte Vortrag gibt Einblicke in die Entstehung, den Alltag, die Besonderheiten und das Verschwinden dieser kleinen Landgemeinde. Dabei wird nicht nur auf die ausgeprägte Armut der Einwohner eingegangen – die Gemeinde war so arm, dass sie mehrere Jahre unter Staatsfürsorge gestellt werden musste –, sondern auch das religiöse Leben und das Verhältnis zu den anderen Konfessionen vor Ort.

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